Maeva believes timeless looks are created when personality meets novel ideas

Zeitlose Looks in Paris. Das ist Maeva.

Was macht einen Look zeitlos? Mit der Modedesignerin, Stylistin und Fotografin Yolanda Ng sind wir durch die Straßen von Paris flaniert – immer auf der Suche nach modebewussten Menschen, um mit ihnen über Mode, das Leben und ihre zeitlosen Looks zu sprechen.

Lerne dich selbst kennen und du weißt, was Mode ist

Even when wearing neutrals, Maeva looks for ways to add her own spin – give expected looks an unexpected makeover

Warum sich anpassen, wenn man auffallen kann? Das ist das Motto von Maeva – der Jüngsten von fünf Geschwistern. Und auch wenn sie in der Rue de Madrid mit den für Paris so typischen Gebäuden aus hellem Sandstein neutrale Farben trägt, fällt sie irgendwie auf. 

„Man muss Kleidung tragen, die zu einem passt, in der man sich wohlfühlt – als die Person, die man ist“, sagt Maeva. „Für mich wähle ich bewusst Kleidungsstücke, die mich einzigartig machen - und ich tue es, damit ich glücklich bin und mich wohlfühle. Ich glaube, das ist das Wichtigste. Wenn man sich für andere Menschen anzieht, um sich anzupassen, wird immer die Meinung der anderen eine Rolle spielen.“ Was das angeht, sagt sie, ist sie nicht einzigartig. „Wenn man in Paris zur Schule geht, wenn man jung ist, lernt man, dass man die Dinge selbst in die Hand nehmen muss und sich selbst lieben muss. Man lernt, selbstbewusst zu sein und sich selbst zu akzeptieren. Dies ist in gewisser Weise natürlich eine persönliche Einstellung, aber ich weiß, dass viele Frauen in Paris genauso denken. Sie haben es satt, dass man ihnen vorschreibt, was sie anziehen sollen, wie sie sich zu kleiden haben, oder dass man über sie urteilt. Es interessiert sie einfach nicht mehr; sie haben keine Zeit dafür.“ 

„In Korea ist es ein wenig anders“, fährt Maeva fort und erinnert sich an die Zeit, in der sie in Südkorea gelebt und gearbeitet hat. Sie erzählt uns, dass sie die Einstellung zur Mode dort als viel einheitlicher empfand. „Jeder versucht, wie die anderen auszusehen und die gleichen Sachen zu tragen. Wenn du dich anders anziehst, halten sie dich für seltsam.“ Der letzte Satz endet mit einem gutmütigen Lachen, bevor Maeva uns versichert, dass die Erfahrung ihr geholfen hat, ihren eigenen individuellen Stil zu finden. 

„Mir hat es dort gefallen“, sagt sie. „Ich habe mich akzeptiert gefühlt. Ich konnte anziehen, was ich wollte, ich wurde gesehen. Ja, ich wurde manchmal regelrecht angestarrt, aber ich glaube, das lag daran, dass die Leute es nicht gewohnt waren, jemanden wie mich zu sehen. Es war nicht unhöflich gemeint. Und dadurch wurde mir die Chance geboten, als Model zu arbeiten, die ich in Frankreich wohl nicht bekommen hätte. Ich würde irgendwann gerne nach Korea zurückkehren.“

Even when wearing neutrals, Maeva looks for ways to add her own spin – give expected looks an unexpected makeover
Even when wearing neutrals, Maeva looks for ways to add her own spin – give expected looks an unexpected makeover

Ich bin immer ich

„Eines der ungewöhnlichsten Fotoshootings, an dem ich teilgenommen habe, war für eine Universität. Ich trug einen Badeanzug. Er war grau. Und ich trug Flügel wie ein Schmetterling und hohe Stiefel bis zu den Knien. Der Look war also mal etwas ganz Anderes. Und genau im richtigen Moment flog ein Flugzeug über uns hinweg. Es hat richtig Spaß gemacht“, lächelt Maeva.

Kaum spürbar verändert sich ihre Energie, wenn sie über Mode spricht. Offensichtlich gilt diesem Thema ihre Leidenschaft. Sie erzählt uns, dass sie jeden Tag mehrere Stunden damit verbringt, sich verschiedene Looks auf diversen Websites anzusehen. 

„Ich mag es zu sehen, was die Leute mit Mode machen. Wie sie Kleidungsstücke kombinieren. Wie sie experimentieren“, erklärt sie. Vor allem achtet sie auf Menschen oder Marken, die ungewöhnlich sind. 

„Eine Marke in Korea – eine meiner Lieblingsmarken – hat letztens einen langen Rock mit einem Pullover und Turnschuhen kombiniert. Die Art und Weise, wie sie das gemacht hat, hatte etwas Besonderes. Es war ein einzigartiger Look. Das gefällt mir“, sagt sie.

Aber Maeva bleibt ihrer eigenen Linie treu. Auf die Frage, ob sie jemals in Versuchung gerät, einen Look zu kopieren, den sie im Internet entdeckt hat, ist ihre Antwort eindeutig: „Niemals!“ 

„Ich weiß, was mir steht und was nicht, also experimentiere ich und kombiniere die Stücke so, dass sie zu mir passen. Dabei folge ich keinem bestimmten Stil. Manchmal ist mein Outfit sportlich, manchmal klassisch elegant. Ich mag es zu spielen, aber in meinen Outfits stecke immer ich.“ 

In diesem Moment muss sie lachen, als sie sich an all die Male erinnert, bei denen ihre Modeexperimente nicht funktioniert haben. „Manchmal denke ich, dass etwas gut aussieht, und dann tut es das nicht. Aber das passiert zum Glück selten“, sagt sie lachend. „Das ist okay. Ich probiere gerne Neues aus. So bin ich eben.“

Even when wearing neutrals, Maeva looks for ways to add her own spin – give expected looks an unexpected makeover
Restyling the same pieces in different ways and combinations is key to the way Maeva plays and experiments with clothes
Restyling the same pieces in different ways and combinations is key to the way Maeva plays and experiments with clothes

Slow-Fashion-Tipps von Maeva

  • Sich inspirieren lassen: Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, neue Outfits zu kreieren. Kombiniere deine Kleidungsstücke mal anders. Du hast nichts zu verlieren und kannst nur gewinnen.
  • Sich selbst treu bleiben: Folge nicht einfach den Trends. Sei kritisch und interpretiere Looks, die du siehst, auf deine eigene Art und Weise.
  • 30 Grad und Wäsche trennen: Behandle deine Kleidung gut. Trenne sie nach Farben und wasche sie bei niedrigeren Temperaturen, damit sie lange ihre Form und Farbe behält.
  • Kleidung ein zweites Leben schenken: Suche nach modernen Kombinationsmöglichkeiten für gebrauchte und Vintage-Kleidung.

Image credits:
© Yolanda NG Photography
© Antoine Doyen

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