Stoffe färben – Batik ist Trend.

Stoffe färben – jetzt wird’s bunt

Die Vorhänge waren einmal grün, die Lieblingshose blau und die Tischdecke leuchtend rot. Doch inzwischen hat sich die Farbfrische verabschiedet. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein: starke Lichteinstrahlung, Abnutzung durch häufiges Tragen, aber auch Farbverlust durch das Waschen. Was tun also, wenn die satte Farbe einem blassen Etwas gewichen ist? Wir zeigen dir, wie du schnell und einfach Stoffe färben kannst – damit es bei dir zu Hause bald wieder kunterbunt wird.

Textilien färben: Welche Stoffe eignen sich?

Bevor du deinen Stoffen eine neue Farbe verpasst, mache einen kurzen Material-Check. Eignet sich der Stoff überhaupt zum Färben?

Bei Naturstoffen hast du leichtes Spiel. Baumwolle, Leinen, Viskose, Denim, Jute und Canvas eignen sich meist problemlos zum Stoffe färben. Schwieriger wird es bei rein synthetischen Stoffen wie Polyester, Polyamid, Elasthan und Polyacryl. Wer das Lieblingskleid oder die wertvollen Sofakissen nicht ruinieren will, lässt das Farbexperiment lieber bleiben.

Besser als bei reinen Kunstfasern stehen die Chancen bei Mischfasern. Das Ergebnis hängt jedoch stark von der Zusammensetzung des Stoffes ab. Je mehr Naturfasern das Material hat, desto erfolgreicher wird das Farbexperiment. Zum Beispiel: Bei 70 Prozent Viskose und 30 Prozent Polyester nimmt der Stoff deutlich mehr Farbpigmente auf als bei 30 Prozent Viskose und 70 Prozent Polyester. 

Stoff färben – Waschmaschine oder per Hand?

Beim Stoffefärben ist es wie beim Waschen. Empfindliche Materialien wie zum Beispiel Seide dürfen nicht immer in die Waschmaschine. Robustere Materialien wie Baumwolle sind in der Wäschetrommel aber immer gut aufgehoben. Am besten wirfst du vor dem Färben einen Blick auf die Pflegeempfehlungen auf dem Herstelleretikett.

Stoff färben in der Waschmaschine – so geht’s

  1. Lege den gewünschten Stoff in die Maschine.
  2. Gib Textilfarbe (z. B. von Dylon) mit dazu.
  3. Jetzt startest du einen Hauptwaschgang bei 40 oder 60 Grad.
  4. Ist der Waschgang beendet, nehme die Verpackung aus der Maschine, lasse den Stoff in der Trommel und starte einen weiteren Waschgang – ganz normal mit Waschpulver.
  5. Geschafft: Hänge die Textilien zum Trocknen auf – bestenfalls an der frischen Luft.
  6. Sicher ist sicher: Lasse die Maschine nach dem Textilien färben nochmal leer durchlaufen. So bekommt die nächste Wäscheladung nicht aus Versehen Farbe ab.

Färben von Textilien per Hand – Schritt für Schritt

  • Fülle eine große Schüssel mit sechs Litern warmem Wasser.
  • Löse die Wunschfarbe darin auf.
  • Tauche den Stoff in das Farbbad. Eine Stunde Badezeit hat er sich verdient. In der Zwischenzeit rühre regelmäßig um, damit sich die Farbe schön gleichmäßig verteilt.
  • Zu guter Letzt wasche den Stoff gründlich mit Waschmittel durch – so lange, bis das Wasser klar bleibt.

Stoff färben mit Hausmitteln: Omas Geheimrezepte

Es gibt nicht nur Textilfarben, auch Mutter Natur ist uns beim Stoffefärben gerne behilflich. Verführerische Rot- und Pinktöne gelingen uns mit Avocadosteinen, Erdbeeren, Heidelbeeren, Kirschen und Hibiskus. Unser blaues Wunder erleben wir mit Brombeeren, schwarzen Johannisbeeren und Rotkohl.

Sonnig gelbe Stoffe färben wir mit Naturfarben wie Safran, Kurkuma und Zwiebeln. Oder wie wäre es mit einem frischen Grün? Spinat, Brennnessel, Schafgarbe und Goldrute machen unsere Shirts und Kuscheldecken fit für den Frühling. Oder was hältst du von einer modischen braunen Sommerhose? Kaffeesatz, Tee, Walnussschalen oder Eichen- und Kastanienrinde sollen diesen Wunsch erfüllen.

Stoffe mit Naturfarben färben.
Nicht nur Eier, sondern auch Stoffe lassen sich mit Pflanzen färben.

Die Kraft der Natur zu nutzen, ist an sich sehr lobens- und erstrebenswert. Du musst bei diesen Experimenten aber vorsichtig sein, denn die entstehenden Farbeffekte lassen sich schwer vorherbestimmen. Wer es trotzdem wagen möchte, kann es mit folgender Anleitung versuchen:

Stoffe natürlich färben – so wird’s gemacht

  • Gib Blätter oder Blüten in ein zusammengebundenes Musselin-Tuch.
  • Achte auf ein ausgewogenes Stoff-Pflanzen-Verhältnis. Ideal ist ein 1:1-Verhältnis, 200 Gramm Stoff und 200 Gramm Pflanzen.
  • Nun tauche deinen Farbbeutel in heißes Wasser. Bestens aufgehoben ist er in einem Eimer oder in einer Wanne aus Emaille. Hier lässt du das Ganze rund zwei Stunden lang ruhen.
  • Nach dem Färben bitte nicht auswringen: Stattdessen geht es geradewegs in die Waschmaschine mit Feinwaschmittel. Unser Tipp: Perwoll Feines & Wolle reinigt die frisch gefärbten Fasern schnell und schonend. 

Verwandte Artikel